Der Kunde denkt nicht in Kanälen. Organisationen schon.

Marketing ist meist entlang von Kanälen organisiert. Abteilungen, Budgets und Verantwortlichkeiten folgen dieser Logik.

Das hat funktioniert. Solange sich auch das Verhalten der Konsumenten daran orientiert hat.

Heute entsteht Aufmerksamkeit anders. Ein Impuls hier. Ein weiterer dort. Vielleicht später eine vertiefende Information.

Dazwischen liegen Minuten, Tage oder gar keine erkennbare Reihenfolge.

Social ist oft der erste Kontaktpunkt. Aber selten der einzige. Plattformen halten Nutzer im System. Sie leiten sie nicht weiter zum nächsten Kanal.

Die klassische Vorstellung einer Journey passt hier nicht mehr und beschreibt dieses Verhalten nur noch unzureichend.

In Unternehmen bleibt die Struktur stabil. Budgets werden geplant. Maßnahmen daraus entwickelt. Verantwortlichkeiten abgestimmt.

Das schafft Verlässlichkeit. Und Handlungsfähigkeit.

Im Markt entstehen Wahrnehmung und Entscheidungen situativ. In Organisationen folgen sie Planung und Abstimmung.

Das Problem ist nicht die Qualität der Arbeit. Sondern der Zeitpunkt, zu dem sie wirkt.

Kampagnen sind sauber abgestimmt. Inhalte konsistent. Aber sie treffen oft nicht mehr den Moment.

Organisationen versuchen, darauf zu reagieren.

Doch jede Anpassung braucht Zeit: Abstimmung, Budget, Entscheidung. Bis dahin hat sich der Markt oft schon weiter bewegt.

Organisationen laufen strukturell hinterher.

Die Frage ist nicht, ob sich das Verhalten verändert. Sondern wie Organisationen damit umgehen. Ohne ihre Struktur zu verlieren.

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